Lächeln, das bleibt

Geschichten von Heilung, Mut und neuer Lebensfreude

Ein Mädchen blickt in die Kamera.

Hinter jeder Operation steht ein Mensch. Ein Kind, das wieder lächeln kann. Eine Familie, die Hoffnung schöpft. Ein Team, das zeigt, was Mitgefühl in der Praxis bedeutet.

Die folgenden Geschichten sind Momentaufnahmen – kleine Einblicke in das, was Cleft-Children International CCI weltweit bewirkt.

Sie erzählen von Mut und Vertrauen, von der Kraft, sich nicht mit dem Schicksal abzufinden, und vom unerschütterlichen Glauben an einen Neuanfang.

Denn Heilung ist mehr als ein medizinischer Eingriff. Sie ist der Beginn eines neuen Lebensabschnitts.

Jedes dieser Kinder trägt ein Lächeln, das bleibt – weil Menschen entschieden haben, Verantwortung zu übernehmen und Hoffnung Wirklichkeit werden zu lassen.

 

«Wenn ein Kind nach einer Operation das erste Mal lächelt, erinnert es uns daran, warum wir tun, was wir tun – weil jedes Lächeln zählt.»

Prof. Dr. Dr. Hermann F. Sailer

Komal - Ein neues Lächeln, ein neuer Anfang

Komal vor der OP

Komal war zehn Jahre alt, als sich ihr Leben veränderte. Sie wurde mit einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte (Cleft) geboren – in einer kleinen indischen Stadt, in der medizinische Hilfe kaum erreichbar war. Schon früh spürte sie, dass sie anders war. In der Schule lachten manche Kinder, auf der Strasse wandten sich Blicke ab.

Nur zu Hause fand Komal Schutz. Ihre Eltern gaben ihr Liebe und die Gewissheit, dass sie schön war – so, wie sie war. Doch ihre Mutter wusste, dass Liebe allein nicht genügte. Sie wollte ihrer Tochter ein Leben ohne Scham und Schmerz ermöglichen, hatte aber Angst vor dem Unbekannten: der Reise, den Kosten, der Operation.

Eines Tages begegnete Komal Vrushali, einer engagierten Mitarbeiterin einer lokalen NGO. Vrushali sah das stille Mädchen und erkannte sofort, dass Hilfe möglich war –  eine kostenlose Behandlung in einem der Cleft-Zentren von CCI.

Mit Geduld und Einfühlungsvermögen überzeugte sie Komals Mutter, diesen Schritt zu wagen. Zum ersten Mal schien Hoffnung greifbar.

Wenig später reisten Mutter und Tochter zum Holy Spirit Hospital in Mumbai, einem Partnerzentrum von Cleft-Children International CCI. Dort wurden sie von einem warmherzigen Team empfangen.

Neha, eine Mitarbeiterin des Cleft-Teams, nahm sich Zeit für sie, erklärte jeden Schritt – und schenkte Mut. Als Komal schliesslich Dr. Parit Ladani, den leitenden Chirurgen, traf, wich ihre Nervosität der Zuversicht.

Die Operation verlief erfolgreich. Als Komal erwachte, spürte sie, dass etwas anders war – ihr Atem, ihr Lächeln, ihr ganzes Gesicht.

Wenige Wochen später kehrte sie in die Schule zurück. Diesmal wurde sie nicht angestarrt –  sie wurde angelächelt. Zum ersten Mal fühlte sie sich einfach wie ein Kind unter Kindern.

Komals Geschichte ist eine von Mut und Vertrauen – und ein Beispiel dafür, wie ein einziger Eingriff weit über das Medizinische hinausreicht.

Ihr Lächeln ist heute mehr als ein Zeichen der Heilung: Es steht für Hoffnung, Würde und die Kraft, Neues zu beginnen.

Nathan - Zwei Herzen, ein Weg

Nathan vor der OP

Nathan war fünf Jahre alt, als sich sein Leben veränderte. Er wurde mit einer beidseitigen Lippen-Kiefer-Gaumenspalte (Cleft) geboren – und zusätzlich mit einem schweren Herzfehler. Für seine Familie im kleinen indischen Dorf Idukki war das eine kaum zu bewältigende Last. Essen, sprechen, atmen – alles war mühsam. Jeder Tag ein Kampf. Seine Mutter Twinkle liebte ihn über alles, kämpfte aber selbst mit psychischen Problemen. So übernahm seine Grossmutter die Verantwortung – eine Frau von stillem Mut, die alles tat, um dem Jungen Geborgenheit zu geben.

Doch die Familie lebte am Existenzminimum. Nathans Vater Sinu arbeitete als Holzfäller, und für Medikamente oder gar eine Operation reichte das Geld nie.

Mehrmals suchten sie Hilfe in verschiedenen Krankenhäusern. Doch überall hörten sie denselben Satz: «Das Risiko ist zu gross.» Nathans Herz galt als zu schwach für eine Operation. Die Hoffnung schwand – bis sie von Dr. Mathew P. C. hörten, einem erfahrenen Chirurgen, der mit Cleft-Children International CCI zusammenarbeitet.

Dr. Mathew sah mehr als nur Risiken – er sah eine Chance. Er erklärte, dass eine Operation möglich sei, wenn sie sorgfältig vorbereitet werde, und versprach, dass CCI die gesamten Kosten übernehme. Für die Familie war das kaum zu glauben: Zum ersten Mal war Heilung keine Frage des Geldes.

Am Tag der Operation hielt Nathans Grossmutter seine Hand, als er in den Saal geschoben wurde. Ihr Herz war schwer vor Angst – und doch voller Vertrauen. Dr. Mathew und sein Team, unterstützt von Kinderkardiolog:innen, arbeiteten konzentriert und behutsam.

Als Nathan aufwachte, war alles anders. Seine Lippen waren geschlossen, sein Gesicht friedlich. In den folgenden Wochen erholte er sich erstaunlich schnell. Er begann zu sprechen, zu lachen, zu spielen. Die Angst wich Freude, und das, was einst unmöglich schien, wurde Wirklichkeit.

Heute ist Nathan ein fröhlicher Junge – gesund, neugierig, voller Lebenslust. Seine Familie sagt, es sei, als habe er zwei Herzen: eines, das stark schlägt, und eines, das dankbar ist.

Dank der Unterstützung von CCI und dem Engagement von Dr. Mathew hat Nathan nicht nur seine Stimme, sondern auch seine Zukunft gefunden. Ein Kind, das einst kaum Hoffnung hatte, lacht heute – mit einem Lächeln, das bleibt.

Kabeer - Ein Lächeln findet seinen Weg

Kabeer vor der OP

Kabeer ist fünf Jahre alt – ein lebhaftes, neugieriges Kind aus einem kleinen Dorf im Norden Indiens. Doch sein Start ins Leben war schwer. Er wurde mit einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte (Cleft) geboren – einer Fehlbildung, die ihm das Essen, Sprechen und Lächeln fast unmöglich machte.

Seine Eltern leben am Rande des Existenzminimums. Der Vater sammelt Altmetall, die Mutter sorgt für Haushalt und Kinder. Gemeinsam verdienen sie kaum fünf Dollar am Tag. Für medizinische Untersuchungen oder gar eine Ultraschallkontrolle während der Schwangerschaft reichte das Geld nie. Und so kam Kabeers Fehlbildung bei der Geburt völlig unerwartet – in einem einfachen Haus, ohne Arzt, nur mit der Hilfe einer traditionellen Hebamme.

Die Familie liebte ihren Sohn, aber sie wusste nicht, dass es Heilung gibt. In ihrem Dorf hatte niemand je von einer Operation für Kinder wie Kabeer gehört. So lebte der Junge mit seiner Spalte – still, zurückhaltend, und oft dem Spott anderer ausgesetzt.

Als seine Eltern nach Kerala zogen, in der Hoffnung auf Arbeit und ein besseres Leben, begegneten sie Dr. Mathew P. C., Leiter der Cleft and Craniofacial Unit am St. Thomas Hospital in Malakkara – und mit ihm der ersten echten Hoffnung. Zum ersten Mal erfuhren sie, dass Kabeers Zustand behandelbar ist. Dass eine Operation sein Gesicht, seine Stimme und sein Leben verändern kann.

Kurz darauf wurde Kabeer am St. Thomas Hospital operiert – kostenlos, dank der Unterstützung von Cleft-Children International CCI. Die Operation verlief erfolgreich. Als er aus der Narkose erwachte, war seine Spalte geschlossen. Seine Mutter weinte vor Erleichterung, sein Vater stand still daneben, unfähig zu sprechen. Sie hatten etwas erlebt, das sie kaum in Worte fassen konnten: ein Wunder, möglich gemacht durch Wissen, Mut und Mitgefühl.

In den Wochen nach dem Eingriff heilte Kabeers Wunde schnell. Er begann, deutlicher zu sprechen, zu lachen und selbstbewusst auf andere zuzugehen. Die Zurückhaltung wich einer kindlichen Freude, die lange verborgen war. Heute spielt er mit anderen Kindern, geht zur Schule und zeigt stolz sein neues Lächeln.

Dank der Hilfe von CCI und dem Engagement von Dr. Mathew hat Kabeer seine Stimme, sein Lächeln und seine Zukunft gefunden. Ein Kind, das einst im Stillen litt, darf heute lachen – und mit ihm eine ganze Familie.

Dr. Erika Sailer und zwei Mütter

Diese Geschichten sind Beispiele – sie stehen für viele Tausend andere. Für Kinder, die dank CCI ihre Stimme gefunden haben. Für Familien, die wieder Zuversicht spüren. Und für all jene Menschen, die helfen, damit jedes dieser Lächeln Wirklichkeit werden kann. Ein Lächeln zu schenken bedeutet, Zukunft zu schenken. Und jedes Lächeln, das bleibt, erinnert uns daran, warum diese Arbeit weitergeht – Tag für Tag, Kind für Kind.

«Diese Kinder lehren uns, was Mut bedeutet. Ihr neues Lächeln ist nicht nur Heilung – es ist Hoffnung in ihrer reinsten Form.»

Dr. h.c. Erika Sailer

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